Herzlich Willkommen!

Bis auf Weiteres leider kein Mundarttheater möglich

Auch das Vereinsleben der Rems-Murr-Bühne ist durch die Corona-Pandemie vorübergehend zum Stillstand gekommen. Sobald es wieder eine Perspektive für eine Inszenierung gibt (Beginn mit den Proben, Anvisierung eines Premierentermins), erfahren Sie hier unsere Pläne. Wir danken Ihnen schon jetzt für Ihre Treue!


Trauer um langjährigen Regisseur Volker Jeck

Volker Jeck

Der Theater-Bühne gehörte sein Leben – nun hat Volker Jeck sie für immer verlassen. Der langjährige Regisseur der Rems-Murr-Bühne Leutenbach starb am 18. Juli 2021 im Alter von 82 Jahren in seiner Heimatstadt Stuttgart. Wir trauern um einen lieben Freund, der uns fast 20 Jahre lang begleitet hat. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau Ulrike und seiner Tochter Julie.

Im Jahr 2003 eröffnete uns Monika Hirschle, die bis dato über mehrere Jahre Regie geführt hatte, dass sie wegen beruflicher Projekte kurzfristig die Arbeit fürs geplante Theaterstück „Jedem die Seine“ absagen müsse. Aber: Sie habe da jemanden. Einen Profi. Einen Mann, der nicht nur jahrzehntelang selbst auf der Bühne stand, sondern auch Regie führte an mehreren Landestheatern in Deutschland, am berühmten Ohnsorg-Theater in Hamburg und an den Schauspielbühnen in Stuttgart. Die Regie-Vertretung: ein Glücksfall für die Rems-Murr-Bühne.

Jeder Regisseur, jede Regisseurin arbeitet anders. So war klar, dass die Arbeit mit dem „Neuen“ auch für uns Amateur-Schauspieler zunächst wie ein Menü mit Speisen schien, die man noch nie probiert hatte: große Neugier aufs Unbekannte mit einer Prise Unsicherheit, ob’s auch schmeckt. Das Ergebnis war eindeutig: Die Inszenierung von „Jedem die Seine“ hat nicht nur den Darstellern gemundet, auch dem begeisterten Publikum hat es geschmeckt. Der Artikel in der Winnender Zeitung endet mit den Worten: Die Rems-Murr-Bühne hat „durch schauspielerisches Können ein an sich simples Stück zum sensationellen Lacherfolg gemacht.“ Zubereitung und Würze für diesen Lacherfolg kamen vom neuen Regisseur: Volker Jeck.

Wer nie Theater gespielt hat, tut sich womöglich schwer mit der Vorstellung, was ein Regisseur genau anstellt, um ein Theaterstück erfolgreich zu inszenieren. Manche Spielleiter sagen zu ihren Schauspielern: „Biete mir was an! Zeig mir, wie du die Rolle spielen würdest.“ Andere geben genau vor, wie eine Darstellerin oder ein Darsteller zu laufen, zu stehen, zu gucken oder zu sprechen hat. Die Formel von Volker Jeck lautete anders: Stets begann die Arbeit an einem neuen Stück mit einer intensiven Besprechung. Anhand von Textbuch und Dramaturgie sprach er mit allen Darstellern jede Figur durch: „Wie steht sie im Leben? Wie fühlt sie sich? Was will sie erreichen, warum agiert sie so, wie sie agiert?“ Volker Jeck brauchte den Schauspielern nicht vorkauen, wie sie gucken, gestikulieren oder auf den Dialogpartner reagieren sollten; seine große Kunst bestand darin, den Schauspielern den Weg zu zeigen, an dessen Ende die Darsteller keine Darsteller mehr sind, sondern Eins mit der Figur. Wie ein Sportlehrer beim Geräteturnen vermittelte Volker Jeck erst die Techniken, um dann bei der Ausübung dabei zu stehen, Sicherheit auszustrahlen und den entscheidenden Schubs mitzugeben.

Sein Wille zur Perfektion war von Anfang erkennbar. Gleichwohl nahm er Rücksicht darauf, dass Schauspiel für uns ein Hobby darstellt und bei einer Probe nach einem anstrengenden Arbeitstag manchmal nicht mehr 100 Prozent Akkuleistung vorhanden sind. Wenn die Uhr dann 22:00 geschlagen hatte und Volker - ganz in seinem Element - die Szene ein achtes oder neuntes Mal durchspielen ließ, damit sich das Erarbeitete in den Köpfen festsetzen konnte, entfuhr ihm beim Blick auf die Uhr hin und wieder ein „Oh – lassen wir’s lieber mal gut sein für heute.“ Die Frage „Und, was sagst du zum VfB?“ gehörte beinahe obligatorisch zu jedem Treffen mit Volker. Er erzählte wunderbar von seiner Geburtsstadt Lindau oder vom Urlaub in den Bergen. Als er 2019 nach der Inszenierung von Wenn i du wär auf uns zukam und meinte „jetzt isch g’nug“, waren wir wehmütig, aber auch voller Verständnis und Dankbarkeit. Einen Regisseur, der wie kein anderer den Verein Rems-Murr-Bühne Leutenbach e.V. prägte, galt es natürlich gebührend zu verabschieden. Im Oldtimer-Bus luden wir Volker mit seiner Frau Ulrike zu einem Ausflug mit gemeinschaftlichem Abendessen in den Schwäbischen Wald.

Wir hätten ihm so sehr gegönnt, das nächste Stück der Rems-Murr-Bühne nicht voller Anspannung hinter den Kulissen verfolgen zu können, sondern aus der Sicht eines ganz normalen Zuschauers. Als Gast im Publikum, der uns nach der Premiere auf die Schulter klopft, lächelt und sagt: „Habt ihr’s wieder mal geschafft.“ Für einen tollen Menschen, lieben Freund und Wegbegleiter hat sich der Vorhang nun geschlossen – doch hinter dem Vorhang, in unseren Herzen und unserer Erinnerung, wird Volker Jeck einen festen, großen Platz einnehmen. Danke für Alles, lieber Volker!



40 Jahre Rems-Murr-Bühne Leutenbach

Am 6. Februar 1981 wurde unser Theaterverein gegründet. Aus diesem Anlass - und weil er den Trick schon lange in einen Sketch verwandeln wollte - ist unser Ensemble-Mitglied Gert Hofmann in die Rolle von Gärtner Hummel geschlüpft, um die volle Pracht der "latexinischen Liebespflanze" zu entfalten. Viel Spaß!

Acht Vorstellungen in der Spielzeit 2018/2019:
"Wenn i du wär" von Sir Alan Ayckbourn

Mit "Älles wegem liaba Geld", der ersten Komödie aus der Feder eines englischen Autors, feierte das Ensemble 2014 einen Riesenerfolg. Nun folgt "Wenn i du wär", geschrieben vom bekanntesten Bühnenautor des Landes: Alan Ayckbourn. Über 70 Stücke hat er erschaffen, die Queen erhob ihn in den Adelsstand. Die plattdeutsche Version des englischen Originals "If I were you" hatte Volker Jeck bereits am Ohnsorg-Theater in Hamburg inszeniert; jetzt kommt die schwäbische Version mit der Rems-Murr-Bühne Leutenbach.

Szene aus Wenn i du wär

Irgendwann einmal waren Paul und Hanne glücklich miteinander. Aber nach gut 20 Ehejahren ist davon nicht mehr viel zu spüren. Paul ist Filialleiter eines Einrichtungshauses und geht mit den Angestellten ebenso ruppig um wie mit seiner Familie. Hanne ist nach der Geburt der beiden Kinder Christine und Tom über zaghafte Versuche, wieder zu arbeiten, nie hinausgekommen.

Sie verbringt halbe Tage im Bademantel oder vor dem Fernseher und saugt vor lauter Langeweile zum hundertsten Mal das Wohnzimmer. Paul stiehlt sich in den Mittagspausen zu einem Seitensprung davon, doch seine Affäre will nicht länger Affäre bleiben und setzt ihn zunehmend unter Druck. Pauls einziger Lichtblick in all dem Stress und Schlamassel sind seine Tochter Christine mit Schwiegersohn Dieter und Enkelchen Linus.

Szene aus Wenn i du wär
Szene aus Wenn i du wär

Tom dagegen entwickelt sich so gar nicht nach den Vorstellungen seines Vaters und will nun auch noch in einem Shakespeare-Stück mitspielen. Hanne versucht die Wogen zu glätten, doch das Band zwischen Vater und Sohn scheint endgültig zerschnitten - ähnlich wie die Verbindung zwischen den Eheleuten. Schon lange haben sich beide nicht mehr die Mühe gemacht, die Welt mit den Augen des Anderen zu sehen. Doch dann passiert Unglaubliches...

Ensemble: Beate Severin - Gert Hofmann - Stefan Orner - Janina Bäder - Alexandr Tsantekidis

Regie: Bernhard Linke

Die Schauspieler sind Amateure - der Regisseur ein Profi!

Bernhard Linke studierte Schauspiel an der Fritz-Kirchhoff-Schule in Berlin. Es folgten Engagements in Weimar, Berlin und in Stuttgart. Dort war er festes Ensemblemitglied an der Tri-Bühne, wo er unter anderem in Kabale und Liebe, Der gute Mensch von Sezuan, Die Todesangst der Zwiebeln und Kasimir und Karoline mitwirkte.

Er gehört zum Ensemble am Theater der Altstadt im Stuttgarter Westen. Außerdem steht er regelmäßig beim Theatersommer Ludwigsburg auf der Bühne: Als Franz Moor in Schillers Die Räuber, als Hagen in Die Nibelungen oder für die Inszenierung von Kinder des Olymp.

Regisseur Bernhard Linke

Über uns

Der Amateur-Theaterverein Rems-Murr-Bühne Leutenbach e.V. besteht seit Februar 1981 und verfügt derzeit über etwa 50 Mitglieder, die zwar keine hauptberuflichen Schauspieler sind, aber dennoch professionelles schwäbisches Mundarttheater bieten. Zwei Mal war das Ensemble sonntagabends im SWR-Fernsehen zu sehen. Im April 2010 erhielt es den Mundarttheater-Preis des Landes Baden-Württemberg in zwei Kategorien (Beste Mundart-Bühne und Bester Schauspieler). Die Grundlage für gute Inszenierungen wird durch eine professionelle Regiearbeit geschaffen. Mit Monika Hirschle und Volker Jeck konnte die Rems-Murr-Bühne in den letzten Jahren zwei außerordentliche Profis für die Regie gewinnen. Die Inszenierungen sind mundartlich-freche, nicht aber bäuerlich-derbe Komödien, aktuell und zeitbezogen, aber auch Klassiker wie Kleists "zerbrochener Krug" oder Dürrenmatts "Besuch der alten Dame". Die Rems-Murr-Bühne tourt während einer Spielzeit von Herbst bis Frühjahr durch die Region Stuttgart und kann von Städten und Gemeinden, aber auch Vereinen oder Firmen gebucht werden.

Die Inszenierungen der vergangenen Jahre:
1980: Der Schaukelstuhl 1982: Dr Entaklemmer 1984: Das Millionenfeschd 1985: Dr Entaklemmer 1986: Stuttgarter Liebe 1987: Heiko und Julia | 1988: Charlys Tante | 1989: Dr Entaklemmer | 1990: Die Glückskuh + Peepshow Bieberle | 1991: Besuch der alten Dame | 1992: Der keusche Lebemann | 1993: Der Reigen | 1994: Dr zerbroch'ne Krug | 1995: Sextett | 1996: Heilig's Blitzle | 1997: Onder Dach ond Fach | 1999: 's Konfirmandefeschd | 2001: Schiller ond a Viertele | 2003: Jedem die Seine | 2005: 's elektrische Herz | 2006: Grüßgott, Herr Minischter! | 2007: Dr letschte Wille | 2008: Arsen ond Spitzahaub | 2009: Dr zerbroch'ne Krug | 2010: Dr verkaufte Großvater | 2011: Gschäftlesmacher | 2012: Altweiberfrühling | 2013: Selbscht ischt dr Mann | 2014: Älles wegem liaba Geld | 2016: Tratsch em Treppahaus | 2017: Unkraut | 2018: Wenn i du wär

"Begeisternde Premiere - Schauspieler laufen zur Höchstform auf" (PDF)
(Winnender Zeitung über Wenn i du wär)

"Hervorragend gespielte Ehe-Zerwürfnisse ernten jede Menge Lacher" (PDF)
(Winnender Zeitung über Unkraut)

"Rems-Murr-Bühnendarsteller haben ihr Meisterstück abgegeben" (PDF)
(Winnender Zeitung über Tratsch em Treppahaus)

"Eldorado der Lügenbeutel in einer großartigen, temporeichen Aufführung" (PDF)
(Winnender Zeitung über Älles wegem liaba Geld)

"Baustelle mit Studienrat und Gipser - zum Brüllen komisch" (Text)
(Winnender Zeitung über Selbscht ischt dr Mann)

"Dessous-Spaß für Alt und Jung" (JPG)
(Ludwigsburger Kreiszeitung über Altweiberfrühling)

"Heiterer Beifall" für "hochwertige Theaterproduktion" (PDF)
(Winnender Zeitung über Altweiberfrühling)

"Oskarle-Preisträger begeistern mit gelungener Mischung aus Finanz- und Verwechslungskomödie" (JPG)
(Ludwigsburger Kreiszeitung über Gschäftlesmacher)

"Die Tücken der Finanzwelt" (PDF)
(Winnender Zeitung über Gschäftlesmacher)

"Der perfekte Großvater" - "ein Genuss" (PDF)
(Winnender Zeitung über Dr verkaufte Großvater)

"Gratwanderung gemeistert - Zwischen Komik und Tragik perfekt geschauspielert" (PDF)
(Winnender Zeitung über Dr zerbrochne Krug)

"Nächstenliebe bis zum bitteren Ende" (PDF)
(Winnender Zeitung über Arsen ond Spitzahaub)

"Gewieft, glaubwürdig und mit viel Originalität in den Zwischentönen" (Text)
(Winnender Zeitung über Grüßgott, Herr Minischter)

"Die Stimmen der Begeisterung überschlagen sich" - "Anschlag auf die Lachmuskeln" (Text)
(Winnender Zeitung über Jedem die Seine)

"Schwäbische Charakterkunde mit gehörigem Schuss Selbstironie" (Text)
(Heilbronner Stimme über Schiller ond a Viertele)

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